Der EU AI Act teilt KI-Systeme in vier Risikoklassen ein. Die Klassifizierung bestimmt, welche Anforderungen für dich gelten. Dieser Guide zeigt dir, wie du dein System korrekt einordnest.

Die vier Risikoklassen – Übersicht

Risikoklasse Regulierung Beispiele Deine Pflicht
Unzulässig VERBOTEN Social Scoring, RT Gesichtserkennung Nicht einsetzen
Hochrisiko Streng reguliert HR-Entscheidungen, Kreditvergabe Dokumentation, Audit, menschliche Kontrolle
Begrenzt Transparenz Chatbots, Deepfakes Nutzer informieren
Minimal Keine Pflicht Spamfilter, Spiele-KI Nichts

Klasse 1: Unzulässige KI-Systeme

Diese Systeme sind illegal und dürfen nicht betrieben werden. Es gibt keine Grauzone und keine Ausnahmen für KMUs.

Was ist verboten?

1. Social Scoring

Ein System, das Personen aufgrund ihres Verhaltens, ihrer Gewohnheiten oder ihrer Merkmale bewertet und auf Basis dieser Bewertung ihre Zugänge zu Diensten einschränkt.

Praktisches Beispiel:

  • Verboten: Ein System, das Kunden-Bonität nicht nur auf Zahlungshistorie prüft, sondern auch auf Social-Media-Verhalten, Einkaufsgewohnheiten, Religion oder Wohnort und dann automatisiert Kredite ablehnt
  • OK: Ein System, das nur nachweisbare finanzielle Kennzahlen nutzt (Einkommen, Kredithistorie, Schulden)

2. Real-Time Biometric Surveillance in der Öffentlichkeit

Live-Gesichtserkennung (oder andere biometrische Echtzeit-Überwachung) durch Behörden/Sicherheitskräfte in öffentlichen Räumen.

Praktisches Beispiel:

  • Verboten: Eine Polizeibehörde nutzt Live-Kameras mit KI-Gesichtserkennung an öffentlichen Plätzen, um verdächtige Personen zu finden
  • OK (mit engen Ausnahmen): Erkennung nur nach richterlicher Genehmigung bei schweren Straftaten; Post-Event-Analyse (nachträgliche Auswertung von Videomaterial, nicht Live)

3. Manipulative Systeme

KI, die gezielt das Verhalten von Personen beeinflusst, um ihnen zu schaden (besonders vulnerable Gruppen wie Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen).

Praktisches Beispiel:

  • Verboten: Ein Chatbot, der gezielt Minderjährige zu gefährlichen Verhaltensweisen (Suizid, Gewalt) verleitet
  • Verboten: Ein System, das psychische Schwächen von älteren Menschen nutzt, um sie zu betrügen
  • OK: Personalisierte Werbung, die Nutzer-Vorlieben nutzt (das ist Targeting, nicht Manipulation zu Schaden)

4. Ausbeutung von Schwachstellen

KI, die bewusst Schwachstellen (Alter, Behinderung, wirtschaftliche Lage) ausnutzt, um durch Manipulation Schaden zu verursachen.

Praktisches Beispiel:

  • Verboten: Ein System, das älteren Menschen mit kognitiven Einschränkungen automatisiert teure, unnötige Verträge verkauft
  • Verboten: Algorithmen, die wissen, dass eine Person arm ist, und dann bewusst teurere Varianten zeigen

Konsequenz: Einsatz eines unzulässigen Systems = Bußgeld bis 35 Millionen EUR oder 7% des globalen Umsatzes. Sofortige Stillegung des Systems wird angeordnet.

Klasse 2: Hochrisiko-KI-Systeme

Diese Systeme dürfen betrieben werden, unterliegen aber streng regulierten Anforderungen. Hochrisiko bedeutet: Das System kann grundlegende Rechte oder wichtige Interessen von Menschen stark beeinflussen.

Welche Systeme sind hochrisiko?

Der AI Act definiert Hochrisiko in zwei Wegen:

  1. Annex III (explizit aufgelistet): Bestimmte Bereiche sind immer hochrisiko
  2. Artikel 6: Systeme, die fundamental wichtige Prozesse beeinflussen

Annex III – Explizit hochrisiko

Biometrische Systeme (außer Verbot):

  • Gesichtserkennung für Identifizierung (z.B. in Grenzkontrollen)
  • Fingerabdruck-Erkennung

Kritische Infrastruktur:

  • KI, die Stromnetze, Wasserversorgung, oder Verkehrssysteme steuert

Strafverfolgung und Grenzkontrolle:

  • Gesichtsidentifikation für Ermittlungen
  • Risikoanalyse für Grenzkontrolle
  • Vorhersage kriminellen Verhaltens

Bildung:

  • Systeme, die Schüler bewerten, einstufen oder platzieren

Beschäftigung:

  • KI, die Bewerbungen filtert
  • KI, die Mitarbeiter evaluiert
  • KI, die Kündigungen empfielt oder trifft

Zutritt zu Diensten:

  • Kreditvergabe
  • Versicherungspreisgestaltung (dynamisches Pricing basierend auf KI)
  • Vermietung (automatisierte Ablehnung)

Justiz:

  • Systeme, die Richter bei Urteilen unterstützen
  • Freilassungsprognosen
  • Bewährungsentscheidungen

Sicherheit:

  • Zutritt zu kritischen Gebäuden
  • Explosivstofferkennung

Praktische Beispiele

Hochrisiko-Systeme, die ein KMU einsetzen könnte:

  1. Kreditvergabe-Tool

    • System bewertet automatisiert Kreditanfragen
    • Hochrisiko (beeinflusst finanzielle Rechte)
  2. Bewerbungs-Filter

    • KI sortiert Bewerbungen vor, bevor ein Mensch sie sieht
    • Hochrisiko (beeinflusst Beschäftigungszugang)
  3. Preisgestaltungs-KI

    • Algorithmus berechnet individualisierte Preise für Kunden
    • → Kann hochrisiko sein, wenn diskriminierend (z.B. nach Alter, Geschlecht)
  4. Fraud-Detection im Banking

    • System erkennt Betrugstransaktionen
    • Hochrisiko (wenn Transaktionen automatisch blockiert werden, ohne Prüfung)

Anforderungen für Hochrisiko – Providers

Falls du ein hochrisiko-System anbietest (verkaufst, vertreibst):

  1. Risiko-Management-System

    • Dokumentiere: Welche Risiken hat das System? Wie minimierst du sie?
  2. Datenqualität

    • Trainingsdaten müssen: repräsentativ, ausreichend, frei von großen Fehlern sein
    • Für sensitive Bereiche: dokumentierte Qualitätschecks
  3. Technische Dokumentation

    • Vollständige Beschreibung: Input, Output, Training, Genauigkeit, Grenzen
  4. Konformitätsbewertung

    • Nachweis, dass das System die Anforderungen erfüllt (selbst durchgeführt oder extern auditiert)
  5. Conformity Assessment (ab 2026)

    • Unabhängige Überprüfung durch "notified bodies" (wie bei Medizinprodukten)
  6. Cybersecurity

    • Schutz vor Manipulation und unbefugtem Zugriff
  7. Post-Market-Monitoring

    • Nach Veröffentlichung: Aufzeichnung von Fehlern und Auswirkungen

Anforderungen für Hochrisiko – Deployer (Nutzer)

Falls du ein hochrisiko-System einsetzt:

  1. Menschliche Kontrolle (Critical!)

    • Vor kritischen Entscheidungen muss immer ein Mensch prüfen und bestätigen
    • Beispiel: Kreditantrag wird von KI analysiert, aber von einem Sachbearbeiter genehmigt/abgelehnt
  2. Dokumentation

    • Aufzeichnung: Wer nutzt das System? Für welche Entscheidungen? Welche Auswirkungen?
  3. Monitoring und Logging

    • Aufzeichnung aller Entscheidungen des Systems
    • Tracking von Fehlern und Bias
    • Aufbewahrung für 3+ Jahre
  4. Incident-Reporting

    • Falls etwas schiefgeht (z.B. diskriminierendes Ergebnis), muss die Behörde informiert werden
  5. Transparenz

    • Betroffene Personen müssen wissen, dass KI eine Entscheidung trifft
    • Sie haben Recht auf Erklärung
  6. Fairness-Tests

    • Regelmäßige Überprüfung: Diskriminiert das System bestimmte Gruppen?

Klasse 3: Begrenzte Risiken

Diese Systeme haben Transparenz-Anforderungen, aber nicht viel mehr. Nutzer müssen informiert werden, dass KI involviert ist.

Was gehört zu begrenzt?

1. Chatbots und Conversational AI

Jedes System, das natürliche Gespräche führt und den Nutzer täuschen könnte.

Anforderung: Nutzer muss zu Anfang klar wissen, dass er mit einer KI spricht.

Praktisches Beispiel:

  • Nicht OK: Chatbot auf deiner Website, bei dem Nutzer 2 Minuten lang nicht merkt, dass es kein Mensch ist
  • OK: „Du sprichst mit unserem KI-Kundenservice (ChatGPT). Es kann Fehler machen. Tippe 'Mensch' um weitergeleitet zu werden."

2. Deepfakes und synthetische Medien

Künstlich erstellte oder manipulierte Audio/Video, die echte Personen darstellen.

Anforderung: Klare Kennzeichnung als synthetisch/manipuliert.

Praktisches Beispiel:

  • Nicht OK: Deepfake-Video eines Politikers, das ohne Hinweis auf Social Media geteilt wird
  • OK: Satire-Video mit Wasserzeichen und Hinweis „KI-generiert zu Demonstrationszwecken"

3. Emotion Recognition

Systeme, die Gefühle, Emotionen oder psychische Zustände aus Stimme, Gesichtsausdrücken oder Körpersprache erkennen.

Anforderung: Transparenzoffenlegung, dass Emotionen erkannt werden.

Praktisches Beispiel:

  • Nicht OK: Kamera im Schulzimmer, die Schüler-Aufmerksamkeit misst, ohne dass sie es wissen
  • OK: Nutzer wird bei der Installation informiert: „Dieses System nutzt Emotion Recognition zur Lernunterstützung"

4. KI in kritischen Infrastruktur-Überwachung

Systeme, die ausfallsicher sein müssen, aber nicht direkt steuern.

Anforderung: Transparenz über KI-Einsatz.

Anforderungen für begrenzte Risiken

Für Provider und Deployer:

  • Offenlegung: Nutzer wird informiert, dass KI beteiligt ist
  • Bei Deepfakes: Zusätzlich Kennzeichnung des Inhalts als synthetisch
  • Dokumentation (einfach): Wer nutzt das? Wie funktioniert es?

Das ist deutlich leichter als Hochrisiko. Keine Audits, keine notified bodies nötig.


Klasse 4: Minimale Risiken

Diese Systeme sind praktisch unreglementiert. Sie haben keine speziellen Anforderungen.

Beispiele

  • Spamfilter in Email
  • Autokorrektur in Word/Google Docs
  • Spielelogik in Videospielen
  • Musik-Empfehlungen auf Spotify
  • Bilder-Verbesserung in Fotoapps

Begründung: Diese Systeme können grundlegende Rechte nicht beeinflussen. Ein Fehler ist ärgerlich, aber nicht existenzbedrohend.

Anforderung für minimal

Keine speziellen Anforderungen des AI Act. Du kannst das System einsetzen wie bisher.


Entscheidungsbaum: Wie klassifiziere ich mein System?

Frage 1: Ist mein System eines der verbotenen Systeme?
├─ JA → UNZULÄSSIG (nicht einsetzen!)
└─ NEIN → Frage 2

Frage 2: Beeinflusst mein System grundlegende Rechte von Menschen?
├─ JA → Ist es ein Annex-III-Fall? (siehe oben: Biometrie, HR, Kreditvergabe, etc.)
│       ├─ JA → HOCHRISIKO
│       └─ NEIN → Aber beeinflussend genug für Hochrisiko? (Gericht, Kritische Infrastruktur)
│                ├─ JA → HOCHRISIKO
│                └─ NEIN → Frage 3
└─ NEIN → Frage 3

Frage 3: Könnte mein System Menschen täuschen oder manipulieren?
├─ JA → Chatbot? Deepfake? Emotion Recognition?
│       ├─ JA → BEGRENZT
│       └─ NEIN → Frage 4
└─ NEIN → Frage 4

Frage 4: Hat mein System sonst irgendwelche Auswirkungen auf Nutzer?
├─ JA → Ist der Fehler kritisch? (z.B. Leben, Freiheit, Geld bedrohend)
│       ├─ JA → HOCHRISIKO (besondere Fälle)
│       └─ NEIN → BEGRENZT (für Transparenz sicher besser)
└─ NEIN → MINIMAL

Praktische Klassifizierungs-Beispiele

Beispiel 1: Lokales Ollama-Modell für interne Dokumentation

System: Mitarbeiter nutzen lokales LLM (z.B. Mistral 7B auf lokaler GPU) um technische Dokumentation zu schreiben.

Analyse:

  • Beeinflusst externe Personen? Nein (nur intern)
  • Kritische Entscheidung? Nein (Schreibunterstützung)
  • Täuschungspotential? Nein (Mitarbeiter weiß, dass er mit KI spricht)

Klassifizierung: MINIMAL → Keine Compliance-Anforderungen


Beispiel 2: Automatisierter Bewerbungs-Screener

System: Ein Tool, das Bewerbungen automatisiert nach Keywords filtered und die beste Hälfte an HR weiterleitet. Die andere Hälfte wird automatisiert abgelehnt.

Analyse:

  • Beeinflusstes grundlegende Rechte? Ja (Beschäftigungszugang)
  • Ist es in Annex III? Ja (HR/Recruitment)
  • Menschliche Kontrolle? Teilweise (HR prüft die besten, Rest automatisch abgelehnt)

Klassifizierung: HOCHRISIKO → Dokumentation, menschliche Kontrolle vor Ablehnung, Fairness-Tests nötig


Beispiel 3: Chatbot auf Website

System: Ein ChatGPT-basierter Kundensupport-Bot, der Anfragen beantwortet. Bei komplexen Fragen wird an einen Menschen weitergeleitet.

Analyse:

  • Täuschung möglich? Ja (Nutzer könnte anfangs nicht merken, dass es KI ist)
  • Manipulation? Nein (nur Support)
  • Beeinflusste grundlegende Rechte? Nein

Klassifizierung: BEGRENZT → Transparenz (z.B. Hinweis am Anfang: "Powered by AI")


Beispiel 4: Versicherungs-Pricing mit KI

System: Algorithmus berechnet Versicherungsprämien basierend auf: Alter, Geschlecht, Wohnort, Gesundheitsdaten.

Analyse:

  • Annex III? Ja (Versicherungspreisgestaltung ist explizit erwähnt)
  • Beeinflusste Rechte? Ja (finanzielle Belastung)
  • Diskriminierungspotential? Hoch (wenn Alter/Geschlecht stark gewichtet werden)

Klassifizierung: HOCHRISIKO → Compliance-Anforderungen: Dokumentation, Bias-Tests, menschliche Überprüfung vor Prämienofferte


Selbstbewertungs-Framework für KMUs

Nutze diesen Fragebogen zur Klassifizierung deiner Systeme:

Frage 1: Sicherheit & Verbot

Ist mein System eines der verbotenen Systeme?

  • Social Scoring (Bewertung der Person basierend auf Verhalten/Merkmale)
  • Real-Time Biometric Surveillance (Live-Gesichtserkennung auf öffentlichen Plätzen)
  • Manipulative Systeme (gezielt schädlich für Verhalten)
  • Ausbeutung von Schwachstellen (gezielt vulnerable Gruppen ausnutzen)

Falls JA zu irgendeinem: UNZULÄSSIG → System nicht einsetzen


Frage 2: Annex III Prüfung

Ist mein System in einer dieser Kategorien? (Diese sind automatisch hochrisiko)

Biometrie:

  • Gesichtsidentifikation
  • Fingerabdruck-Erkennung
  • Iris/Netzhaut-Erkennung

Beschäftigung:

  • Bewerbungs-Screening
  • Mitarbeiter-Evaluierung
  • Kündigungs-Empfehlung
  • Schicht-Planung (mit automatisierter Reduktion)

Finanzielle Dienste:

  • Kreditvergabe (automatisiert oder als Entscheidungshilfe)
  • Versicherungs-Pricing
  • Vermietung (automatisierte Ablehnung)

Bildung:

  • Schüler-Bewertung
  • Aufnahme-Entscheidungen
  • Einstufung in Leistungsgruppen

Justiz:

  • Richter-Unterstützung
  • Freilassungsprognose
  • Bewährungsentscheidung

Strafverfolgung:

  • Ermittlungsunterstützung (Profilierung)
  • Risikovorhersage
  • Gesichtsidentifikation

Kritische Infrastruktur:

  • Stromnetze
  • Wasserversorgung
  • Verkehrssysteme
  • Atomkraftwerke

Falls JA zu irgendeinem: HOCHRISIKO (Punkt 3)


Frage 3: Vertrauens-Täuschungs-Potential

Könnte mein System Menschen täuschen?

  • Chatbot (Nutzer könnte denken, es ist ein Mensch)
  • Deepfake oder synthetisches Audio/Video
  • Emotion Recognition (Gefühle auslesen)
  • KI-generierte Texte (die echt aussehen)

Falls JA zu irgendeinem: BEGRENZT (Transparenz nötig)


Frage 4: Sonstige Auswirkungen

Hat mein System andere Auswirkungen?

  • Beeinflussst es existenzielle Rechte? (Leben, Freiheit, finanzielle Sicherheit)
  • Könnten Fehler kritisch sein?
  • Werden persönliche Daten verarbeitet?
  • Ist es kritisch für Geschäfte von Menschen?

Falls JA + kritisch: HOCHRISIKO oder BEGRENZT Falls JA + unkritisch: BEGRENZT oder MINIMAL Falls NEIN: MINIMAL


Dokumentations-Template pro System

Erstelle diese Dokumentation für JEDES System in deinem Inventar:

# System: [Name]

## Basis-Infos
- **Anbieter:** [Unternehmen/Projekt]
- **Typ:** [LLM / Klassifizierung / Computer Vision / sonstiges]
- **Version:** [z.B. Gemini 2.0, Llama 3.1]
- **Hosting:** [Cloud / Lokal / Hybrid]
- **Kosten:** [EUR/Monat oder einmalig]

## Funktionalität
**Was macht das System?**
[Kurzbeschreibung in 2-3 Sätzen]

**Wer nutzt es?**
[Mitarbeiter, Kunden, Öffentlichkeit?]

**Welche Daten verarbeitet es?**
- [ ] Personendaten (Name, Email, etc.)
- [ ] Kundendaten (Kaufhistorie, Zahlungen)
- [ ] Interne Daten (Dokumente, Meetings)
- [ ] Sensor-Daten (Video, Audio, Biometrie)
- [ ] Sonstige: [Welche?]

## Klassifizierung
**Risikoklasse:** [Minimal / Begrenzt / Hochrisiko / Unzulässig]

**Begründung:**
[Warum? Welche Kriterien treffen zu?]

## Hochrisiko-Anforderungen (falls zutreffend)

### Risiko-Management
- [ ] Dokumentiert: Welche Risiken hat das System?
- [ ] Dokumentiert: Wie minimierst du sie?
- [ ] Regelmäßige Überprüfung geplant (wie oft?)

### Datenqualität
- [ ] Trainingsdaten dokumentiert
- [ ] Qualitätschecks durchgeführt
- [ ] Bias-Tests geplant/durchgeführt

### Technische Dokumentation
- [ ] Input-Output beschrieben
- [ ] Genauigkeit/Metriken dokumentiert
- [ ] Grenzen/Limitationen dokumentiert
- [ ] Fehlerquote gemessen

### Menschliche Kontrolle
- [ ] Wer kontrolliert die Entscheidungen?
- [ ] Wie oft wird kontrolliert?
- [ ] Kann die Person die Entscheidung überschreiben?
- [ ] Wird dies dokumentiert?

### Monitoring & Logging
- [ ] Alle Entscheidungen werden geloggt
- [ ] Fehler-Tracking aktiv
- [ ] Log-Speicherung: mindestens 3 Jahre

### Incident Reporting
- [ ] Prozess definiert: Wer meldet was?
- [ ] Eskalations-Pfad: An wen?
- [ ] Behörden-Kontakt dokumentiert (RTR, DSB)

## Transparenz (für Begrenzt + Hochrisiko)
- [ ] Nutzer weiß, dass KI beteiligt ist
- [ ] Wie wird informiert? [Chat-Hinweis / Datenschutz / Pop-up / sonstiges]
- [ ] Timing: Wird informiert BEVOR Nutzer interagiert?

## Status
- [ ] Compliant bis 02.08.2026
- [ ] Teilweise compliant → Plan bis [Datum]
- [ ] Nicht compliant → Abstellen oder Fehler fixen bis [Datum]
- [ ] Noch nicht geprüft

## Kontakt-Person
- **Name:**
- **Email:**
- **Telefon:**

Dokumentations-Checkliste

Vor 02.08.2026 PFLICHT:

  • Für ALLE Systeme: Basis-Infos (Name, Anbieter, Typ)
  • Für ALLE Systeme: Klassifizierung (ist es minimal/begrenzt/hochrisiko?)
  • Für Hochrisiko: Risiko-Management dokumentiert
  • Für Hochrisiko: Menschliche Kontrolle eingerichtet
  • Für Hochrisiko: Monitoring/Logging aktiv
  • Für Begrenzt: Transparenz-Maßnahmen geplant
  • Für ALLE: Incident-Reporting-Prozess definiert

Danach (fortlaufend):

  • Log-Dateien gesammelt und archiviert
  • Alle 6 Monate: Klassifizierung überprüfen (hat sich was geändert?)
  • Alle 6 Monate: Hochrisiko-Anforderungen überprüfen (erfüllt?)
  • Bei neue Systemen: Sofort klassifizieren

Häufige Klassifizierungs-Fehler

Fehler 1: "Chatbot ist minimal"

  • Falsch! Jeder Chatbot könnte einen täuschen → BEGRENZT
  • Richtig: Klare Transparenz erforderlich ("Du sprichst mit KI")

Fehler 2: "Unsere lokale KI hat keine Anforderungen"

  • Falsch! Lokal oder Cloud spielt keine Rolle – die Aufgabe zählt
  • Ein lokales KI-System zur Kreditvergabe ist genauso HOCHRISIKO wie eines in der Cloud

Fehler 3: "Wir haben menschliche Kontrolle weil ein Mensch es unterschreibt"

  • Falsch! Menschliche Kontrolle heißt: Der Mensch versteht es UND kann es ablehnen
  • Eine blinde Unterschrift unter einer KI-Entscheidung zählt nicht als Kontrolle

Fehler 4: "Unser KI-Tool ist vom Anbieter, also ist SEIN Problem"

  • Falsch! Du als Deployer bist genauso verantwortlich wie der Provider
  • Beide müssen compliance sein

Fehler 5: "Risikoklassifizierung ist einmalig"

  • Falsch! Falls sich dein System ändert (neue Features, neue Daten), neuklassifizieren
  • Beispiel: Du fügst Emotion-Recognition hinzu → Mindestens BEGRENZT

Glossar

Begriff Definition
Provider Der Anbieter des KI-Systems (Anthropic, OpenAI, dein Unternehmen wenn selbst gebaut)
Deployer Wer das System nutzt/einsetzt (du, wenn du ChatGPT nutzt)
Hochrisiko System beeinflusst grundlegende Rechte von Menschen
Begrenzt System könnte täuschen oder manipulieren, aber nicht kritisch
Minimal System hat praktisch keine speziellen Anforderungen
Unzulässig System ist verboten – punkt
Konformität Einhaltung aller Anforderungen
Menschliche Kontrolle Ein Mensch überprüft und kann die KI-Entscheidung ablehnen
Incident Reporting Behörde über schwerst Fehler informieren
Annex III Liste der automatisch hochrisiko Systeme (HR, Kredit, Justiz, etc.)
GPAI General Purpose AI (ChatGPT, Gemini, Llama – kann alles machen)